...loading!
button lev
button lev
button lev
button lev
button lev
button lev
  IHO - Der Verband

Reinigungsempfehlung für Sanitärarmaturen

Diese Empfehlung bezieht sich auf die berufsmäßige Reinigung und Pflege von Sanitärarmaturen.

 Moderne Sanitärarmaturen bestehen heute aus sehr unterschiedlichen Werkstoffen, um dem Marktbedürfnis hinsichtlich Design und Funktionalität gerecht zu werden. Sie stellen somit verschiedene Anforderungen an die zur Anwendung kommenden Reinigungsmittel, deren lnhaltsstoffe mit diesen Werkstoffen verträglich sein müssen.

Um Schäden und Reklamationen zu vermeiden, müssen sowohl bei der Benutzung als auch bei der anschließenden Reinigung bestimmte Kriterien berücksichtigt werden.

1.) Reinigungs-Planung im öffentlich-gewerblichen Bereich

Das Spektrum öffentlich-gewerblicher Objekte reicht beispielsweise von Krankenhäusern und Einrichtungen der Lebensmittelindustrie über Sportstätten zu Hotels und Raststätten, deren bedarfsgerechte Sanitärreinigung in Abhängigkeit von Schmutz- und Kalkaufbau sehr unterschiedlich ist. Die Reinigungspla-nung ist Voraussetzung für die Wahl eines zur Reinigung geeigneten Mittels und der dazugehörigen Verfahren und sollte zumindest berücksichtigen

  • den Einsatzort
  • die Reinigungsfrequenz und -tiefe (Grund- oder Unterhaltsreinigung)
  • die Art der installierten Produkte (Grund- und Oberflächenmaterialien)
  • den Zustand der installierten Produkte

2.) Oberflächen von Sanitärarmaturen

Die am häufigsten vorkommende Vergütungsschicht einer Sanitärarmatur ist die Chrom-Nickel-Oberfläche entsprechend den Anforderungen nach DIN EN 248. Darüber hinaus werden als Oberflächenmaterialien verwandt

  • Edelstahl
  • Kunststoffe einschließlich Pulver- und Naßlacken
  • eloxiertes Aluminium
  • PVD-Beschichtungen (metallisch wirkende Hartstoffschichten)
  • galvanische Sonderoberflächen wie Gold, Aranja

Farbige, nichtmetallische Oberflächen mit Ausnahme von PVD-Beschichtungen sind grundsätzlich empfindlicher als metallische, insbesondere gegen Verkratzen*).

Vor Beginn der Reinigung ist es daher unbedingt erforderlich, die Art der zu reinigenden Oberflächen genau zu bestimmen und geeignete Reinigungshilfsmittel auszuwählen.

3.) Reinigungsmittel und Reinigungshilfsmittel für Sanitärarmaturen

Säuren sind als Bestandteil von Reinigern zur Entfernung von starken Kalkablagerungen unbedingt erforderlich. Bei der Armaturenpflege gilt jedoch grundsätzlich zu beachten, dass

  • nur die Reinigungsmittel eingesetzt werden, die für diesen Anwendungsbereich ausdrücklich vorgesehen sind.
  • keine Reiniger zur Anwendung gelangen, die Salzsäure, Ameisensäure oder Essigsäure enthalten, da diese zu erheblichen Schäden führen können.
    Es sei denn, die Reinigungsmittel, die diese Stoffe enthalten, zeigen gemäß der IKW-Empfehlung zur Qualitätsbewertung für Badezimmerreiniger**) gute Materialverträglichkeit.
  • auch phosphorsäurehaltige Reiniger nicht uneingeschränkt anwendbar sind.
  • chlorbleichlaugehaltige Reiniger nicht angewendet werden dürfen.
  • das Mischen von Reinigungsmitteln generell nicht zulässig ist.
  • die Verwendung abrasiv wirkender Reinigungshilfsmittel und Geräte, insbesondere nicht speziell geeigneter Scheuermittel, Padschwämme etc. ausgeschlossen ist.
  • Vorzugsweise Reinigungstextilien verwendet werden, die möglichst wenig Partikel binden können. Gewirkte Tücher sind eher geeignet als gewebte.

4.) Reinigung von Sanitärarmaturen

Die Gebrauchsanweisungen der Reinigungsmittelhersteller sind unbedingt zu befolgen. Generell ist zu beachten, dass

  • die Reinigung bedarfsgerecht durchzuführen ist.
  • Reinigerdosierung und Einwirkdauer den objektspezifischen Erfordernissen anzupassen sind und das Reinigungsmittel nie länger als nötig einwirken darf.
  • dem Aufbau von Verkalkungen durch regelmäßiges Reinigen vorzubeugen ist.
  • vorhandene Kalkablagerungen ggf. durch direkten Produktauftrag entfernt werden.
  • bei der Sprühreinigung die Reinigungslösung keinesfalls auf die Armaturen, sondern auf das Reinigungstextil (Tuch/Schwamm) aufzusprühen und damit die Reinigung durchzuführen ist, da die Sprühnebel in Öffnungen und Spalten der Armaturen eindringen und Schäden verursachen können.
  • Reinigungstextilien möglichst oft und gründlich ausgewaschen werden, so dass nur saubere Reinigungstextilien ohne Fremdpartikel verwendet werden. In Reinigungstextilien eingelagerte Partikel können zu Verkratzungen und Schädigungen von Oberflächen führen.
  • nach der Reinigung ausreichend mit klarem Wasser nachgespült werden muss, um verbliebene Produktanhaftungen restlos zu entfernen.

Wichtige Hinweise

Grundsätzlich im Sanitärbereich die zu reinigenden Oberflächen vornässen, um Fugen ausreichend mit Wasser zu füllen und Produktrückstände (z.B. Seife, Duschgel) abzuspülen.

Nach der Benutzung Rückstände sorgfältig mit Wasser nachspülen.

Bei bereits beschädigten Oberflächen kommt es durch Einwirken der Reinigungsmittel zum Fortschreiten der Schäden.

Die vorliegende Empfehlung wurde in Zusammenarbeit der FRT (Europäische Forschungsgemeinschaft Reinigungs- und Hygienetechnologie) mit dem IHO (Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz), dem IKW (Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel) und dem VDMA (Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau) erstellt.

Literatur

Allgemein: A. Sprünken (FH Niederrhein 2000)
*) Diplomarbeit von B. Leutke (FH Niederrhein 2002)
**) IKW, SÖFW-Journal, (2003), Band 3, Heft 129, S. 62-70