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  IHO - Der Verband

Reaktorunfall in Japan:
Frage der Auswirkungen auf Reinigungs- und Desinfektionsmitteln

Seit der Havarie der Atommeiler in Fukushima, hat die Beunruhigung über eine mögliche radioaktive Belastung von Importen aus Japan in Deutschland erheblich zugenommen. Von Kunden wie Mitgliedsfirmen wurde auch der IHO angesprochen, wie das Risiko beurteilt wird und welche Position unsere Branche zu der Thematik und insbesondere auch zu der Frage einnimmt, ob Radioaktivitätsprüfungen durch die Weiterverarbeiter von japanischen Rohstofflieferungen vorgenommen werden müssen.

Ziel ist es auf jeden Fall, seitens der Industrie wie auch der Behörden, die Einfuhr von solchen Waren aus Japan zu vermeiden, die eine erhöhte radioaktive Belastung aufweisen. Ein weiteres Ziel ist es die Sicherheit von Kunden, Verbrauchern und Mitarbeitern zuverlässig zu gewährleisten und diese vertrauenswürdig zu kommunizieren.

Es ist Aufgabe des Zolls, die Einhaltung von Grenzwerten an der Grenze zu überprü-fen. Der Zoll überprüft an den deutschen Flughäfen stichprobenartig Güter, die aus Japan nach Deutschland eingeführt werden, auf Radioaktivität. Auch die Seehäfen sind auf Kontrollen vorbereitet. Sobald Güter eintreffen, die Japan nach dem 11. März 2011 verlassen haben, werden diese entsprechend geprüft.

Hierzu hat das Bundesministerium für Finanzen auf seiner Homepage erklärt, stich-probenartig, insbesondere bei Direktimporten aus Japan, die Radioaktivität zu überprüfen. Im Wege einer Eilverordnung hat die Bundesregierung bereits die Kontrolle von aus Japan kommenden Flugzeugen verbunden und mit einer ggf. notwendigen Dekontamination der Flugzeuge erlassen. Einen naturwissenschaftlich begründeten Anlass für weitere Kontrollmaßnahmen, insbesondere auch solche durch die Industrie, sieht das federführende Bundesumweltministerium zumindest derzeit nicht.
Davon unberührt ist die Frage, inwieweit sich Unternehmen durch Kundenwünsche hierzu veranlasst sehen. Hierzu hat sich der BDI (Bundesverband der deutschen Industrie) sehr intensiv mit dem Umgang der deutschen Industrie mit Lieferungen aus Japan beschäftigt und auch in diversen Konsultationen, Kommunikationen mit den zuständigen Bundesministerien versucht, Klarheit in die Situation zu bringen.

Gemeinsame Position von Industrie und Handel zu Japan-Importen

Der BDI, der Handelsverband Deutschland und der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, haben eine gemeinsame Position zum Umgang mit Produktimporten aus Japan erarbeitet. Ziel ist es, ein Höchstmaß an Sicherheit für Kunden, Verbraucher und Mitarbeiter zu gewährleisten. Gleichzeitig sollen die globa-len Lieferketten aufrecht erhalten werden, um die von dem Unglück betroffenen Men-schen in Japan beim Wiederaufbau zu unterstützen.

Aus Sicht der deutschen Wirtschaft sollen sämtliche potenziell gefährlichen Lieferun-gen aus Japan nur dann exportiert werden dürfen, wenn sie zuverlässig und rechtsverbindlich auf Kontaminationsfreiheit geprüft wurden. Hierfür ist eine neutrale Kon-trolle erforderlich. Bis zur Etablierung eines solchen Systems sollten an den bundesdeutschen Grenzen einschließlich der Flughäfen und Häfen vollständige Kontrollen erfolgen, danach Stichproben. Auf EU-Ebene erfolgt derzeit eine Abstimmung der Kontrollmaßnahmen.

Die Verbände sehen es als sehr problematisch an, innerhalb der deutschen Wirtschaft gegenseitig Bestätigungen, Garantieerklärungen und Ähnliches abzuverlangen, dass Produkte keine Komponenten enthalten, die aus Japan oder einem bestimmten Radius um Fukushima Daichi stammen oder radioaktiv kontaminiert sein könnten. Der Aufwand hierfür würde insbesondere kleinere Unternehmen überfordern. Zudem entsteht dadurch keine höhere Sicherheit. Auch bestehen erhebliche Zweifel, dass sich eine solche Erklärung rechtlich belastbar darstellen ließe. Grundsätzlich sollte überflüssige Bürokratie in den Lieferketten weitestgehend vermieden werden.

Handlungsempfehlungen der Verbände, Handlungsoptionen für Unternehmen und weitere Informationen finden Sie in dem „Konzept zum Umgang der deutschen Wirtschaft mit Lieferungen aus Japan". Dieses ist auf der BDI-Webseite verfügbar. In Kürze wird dort auch eine englischsprachige Version bereitgestellt.