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  IHO - Der Verband

Empfehlung zur Grundreinigung und Beschichtung von Bodenbelägen

Vorbemerkung

Der Bodenbelag ist das mit am meisten beanspruchte Bauteil in einem Gebäude. Zur Werterhaltung können Pflegemaßnahmen wie z.B. die Einpflege bzw. Beschichtung mit Polymerdispersionen einen erheblichen Beitrag leisten.

Erneuerbare Beschichtungssysteme auf Polyacrylat- oder ähnlicher Polymerbasis haben sich in der Praxis seit langem bewährt. Aufgrund stetig steigenden Kostendrucks ist es dem Dienstleister leider oft nicht möglich, die optimalen Bedingungen und Voraussetzungen für eine Beschichtungsmaßnahme einzuhalten. Hieraus resultieren unter Umständen Beanstandungen, deren Egalisierung meist Mehraufwand und damit Kosten bedeuten. Zum einen werden in dieser Ausarbeitung die Punkte genannt, die bei der Durchführung von Grundreinigungs- und Beschichtungsmaßnahmen unbedingt zu beachten sind. Zum anderen wird auf die häufigsten Ursachen für unerwünschte Veränderungen des Pflegefilms und Möglichkeiten der Vermeidung bzw. Beseitigung eingegangen.

Grundreinigung

  • Fußbodenheizung rechtzeitig (mindestens 12 Stunden) vor Arbeitsbeginn abschalten
  • Optimale Raum- und Oberflächentemperatur von 12 bis 25 °C einhalten
  • Raum ausräumen
  • Nicht entfernbare, empfindliche Teile schützen und angrenzende Flächen abkleben
  • Geeignetes Reinigungsmittel verwenden: Je nach Bodenbelag und Reinigungs- und Pflegeempfehlung des Herstellers
  • Grundreiniger mit einem pH-Wert von 9 - 14 wählen und nach Angaben des Herstellers (s. Etikett und Produktinformation) einsetzen
  • Geeignete Geräte verwenden: Je nach mechanischer Empfindlichkeit des Bodenbelages und Reinigungs- und Pflegeempfehlung des Herstellers rotes, grünes oder braunes Pad oder Schrubb-Bürste einsetzen.
  • Kein heißes Wasser einsetzen
  • Ausreichende Menge an Grundreinigerlösung (mind. 250 ml pro qm) auf die Fläche bringen
  • Einwirkzeit des Grundreinigers einhalten
  • Grundreinigerlösung nicht antrocknen lassen
  • Auf vollflächiges Benetzen achten
  • Schmutz und Pflegemittelrückstände vollständig entfernen
  • Randbereiche und mit der Maschine nicht zugängliche Stellen von Hand bearbeiten
  • Ausreichend mit klarem Wasser nachspülen, mind. 250 ml pro qm Trockenzeit des Bodenbelages einhalten, z. B. Linoleum 24 Stunden (empfohlen von führenden Linoleum-Herstellern)
  • Trockenfilmsanierung ist nur eine Restaurierungsmaßnahme und ersetzt nicht die nasschemische Grundreinigung

Beschichten

  • Luftfeuchtigkeit im Raum von 30 bis 70 % einhalten
  • Raum- und Oberflächentemperatur von 12 bis 25 °C einhalten, direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • Geeignetes Pflegemittel nach Objektanforderungen und Reinigungs- und Pflegeempfehlung des Belagsherstellers auswählen und nach Herstellerangaben (s. Etikett und Produktinformation) einsetzen
  • Beschichtungsmittel grundsätzlich nicht verdünnen oder mischen, es sei denn, es wird ein entfernbares Zweikomponentensystem zur Anwendung gebracht
  • Reste nicht zurück in den Kanister schütten
  • Angebrochene Gebinde innerhalb von 4 Wochen verbrauchen
  • Geeignetes Auftragegerät verwenden: Fusselfreier, sauberer, leichtgängiger Breitwischbezug oder Wischwiesel
  • Pflegemittelmenge je nach Saugfähigkeit des Belages beim 1. Auftrag 20 – 40 ml pro qm, weitere Aufträge 15 – 30 ml pro qm
  • Vorlegen beim Beschichten auf höchstens 10 qm
  • Beim Beschichten überlappend und systematisch vorgehen und in Richtung Tür arbeiten
  • Nass in Nass arbeiten, bei großen Flächen ggf. mit mehreren Personen auftragen
  • Den trocknenden Pflegefilm nicht betreten
  • Trockenzeit zwischen den Aufträgen einhalten
  • Während der Trockenphase des Pflegefilms Zugluft vermeiden
  • Inbetriebnahme der Fläche frühestens nach 12 Stunden
  • Vollständige Aushärtung des Pflegefilms nach 14 Tagen
  • Beschichtungsmaßnahmen (auch bei Pflegemaßnahmen im Unterhalt) bei Bedarf oder mindestens alle 2 Jahre durchführen

Durch Einhaltung der o. g. Punkte schaffen Sie die besten Voraussetzungen für ein gutes Arbeitsergebnis und damit hohe Kundenzufriedenheit

Diese Empfehlung entspricht dem Stand der Technik und den Erfahrungen führender Reinigungsmittelhersteller. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Grundlage für die Erhebung von Gewährleistungsansprüchen dar.

Weiterführende Literatur stellt die FRT-Empfehlung „Elastische Bodenbeläge" dar, die als Quelle für diese Ausarbeitung gedient hat.