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  IHO - Der Verband

Verzicht auf Großgebinde für Peressigsäure (PES)

Das Risikopotential handelsüblicher PES-Konzentrationen (5-15%) steigt beim Handling größerer Mengen (> 400l) unverhältnismäßig. „Responsible Care" ist in aller Munde. In verantwor-tungsbewusster Vorsorge beabsichtigen die IHO-Mitgliedsfirmen, durch eine freiwillige Selbstbeschränkung dazu beizutragen, dass eine für die Prozess- und Produkthygiene in der Lebensmittelindustrie sehr wichtige Gruppe von Desinfektionsmitteln unbescholten bleibt! PES zeichnet sich nicht nur durch ein universelles mikrobiologisches Wirkungsspektrum aus, sondern vielmehr noch im Hinblick auf konkurrenzlose technische und ökologische Vorteile.

Bis Mitte der achtziger Jahre war der Transport von peressigsäurehaltigen Desinfektionsmitteln nur in speziell zusammengesetzten Verpackungen mit max. 25 kg Nettoinhalt erlaubt.

In langwierigen Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) gelang es der damaligen Fachvereinigung Industriereiniger im VCI - Vorläuferorganisation des heutigen IHO -, beim Bundesverkehrsministerium eine Ausnahmegenehmigung für den Transport in freitragenden Kunststoffgefäßen bis max. 220l Rauminhalt zu erwirken.

Bereits damals wiesen die Experten der BAM in ihrem Gutachten darauf hin, dass bei spontaner Selbstzersetzung von Peressigsäure, die durch zufälligen oder fahrlässigen Zutritt von Fremdpartikeln ausgelöst werden kann, die Gefährdungsrisiken mit wachsender Menge unverhältnismäßig zunehmen. Aus diesem Grund war man damals nicht bereit, die Ausnahmegenehmigung auf größere Rauminhalte auszudehnen, weil nach Meinung der Experten die Selbstzersetzung von Mengen > 400l in unkontrollierbare thermische Prozesse mündet.

Inzwischen erlauben die gesetzlichen Bestimmungen dennoch den Transport größerer Peressigsäuremengen, der infolgedessen auch in einigen europäischen Ländern praktiziert wird.

Physikalische Fakten behalten trotz geänderter Gesetze und Verordnungen ihre Gültigkeit! Fehler oder Fahrlässigkeiten beim Umgang und der Anwendung mit gefährlichen Arbeitsstoffen lassen sich trotz modernster Applikationstechniken niemals hundertprozentig ausschließen! Handelsübliche Container-Großgebinde mit bis zu 1.000l Inhalt verfügen üblicherweise über eine relativ große Öffnung auf der Oberseite sowie über einen sogenannten „Unten-Auslauf". Dies impliziert bei versehentlich nicht korrektem Bedienen der Auslaufhähne oder bei Beschädigung durch innerbetrieblichen Transport oder Handling die Gefahr des Produktaustritts auf der Unterseite. Gelangen andererseits kleinste Mengen an Fremdstoffen wie z.B. Rostpartikel, andere Metallteile oder textile Materialien (Putzlappen) in das Gebinde, so ist eine spontane Erhitzung mit anschließender Selbstzersetzung nicht auszuschließen! Für Peressigsäure gibt es als Desinfektionswirkstoff in der Breite seines Anwendungsspektrums und aufgrund seiner technischen und ökologischen Vorzüge keine Alternativen! Dieser Vorteil darf in der heutigen Zeit nicht fahrlässig aufs Spiel gesetzt werden!

Die jahrelange Praxis des Vertriebes von peressigsäurehaltigen Desinfektionsmitteln in 220l-Fässern durch die IHO-Mitgliedsfirmen hat gezeigt, daß deren Transport und Handling praktikabel, sicher und bewährt ist. Diese Verpackungsform wurde von der lebensmittelherstellenden und -verarbeitenden Industrie akzeptiert. Der IHO sieht daher in seinem Bestreben, das Angebot peressigsäurehaltiger Produkte nicht über die bewährten Fässer mit max. 220l Rauminhalt auszudehnen, ein Signal für verantwortungsbewusstes Handeln im Sinn von „Responsible Care" sich selbst, allen Kunden und der Umwelt gegenüber.