...loading!
button lev
button lev
button lev
button lev
button lev
button lev
  IHO - Der Verband

Erklärung zur Reduzierung der Gewässerbelastung durch EDTA

Der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

- Bek. d. BMU v. 31.7.1991 – WA I 3 – 23 011/15 -

Der Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI),

die BASF AG als Hersteller von EDTA,

der Bundesverband der Deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V. (BGW),

der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V., Technisch-wissenschaftliche Vereinigung,

die Arbeitsgemeinschaft der Rheinwasserwerke (ARW),

die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR),

der Bundesminister für Gesundheit (BMG),

der Bundesminister für Forschung und Technologie (BMFT)

und

der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

sind sich darüber einig,

daß der EDTA-Eintrag in die Gewässer der Bundesrepublik Deutschland verringert werden soll.

Mittelfristig (ca. 5 Jahre) ist eine Halbierung der derzeitigen EDTA-Belastung (Frachten) der oberirdischen Gewässer anzustreben. Der jeweils erreichte Fortschritt wird durch Messungen an noch auszuwählenden repräsentativen Meßstellen dokumentiert. An Meßstellen, an denen bereits heute die EDTA-Belastung niedrig ist, soll keine signifikante Erhöhung eintreten.

Die Verringerung der EDTA-Belastung des Gewässer soll erreicht werden

  • durch Ersatzprodukte, die im Vergleich zu EDTA ökologisch und aus Sicht der Trinkwasserversorgung günstiger zu bewerten sind sowie
  • durch Weiterentwicklung und Anwendung geeigneter Abwasservermeidungs- und Abwasserreinigungsverfahren bei den Herstellern und Anwendern von EDTA.

Alle Beteiligten werden sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür einsetzen, daß ein schneller Fortschritt erzielt wird. Hierzu zählt auch, die sonstigen Verwender von EDTA, soweit sie durch die oben Genannten nicht bereits mittelbar oder unmittelbar einbezogen sind, in geeigneter Weise zu informieren, um sie ebenfalls zur Durchführung der Vermeidungs- und Reduzierungsmaßnahme zu gewinnen.

Zum Nachweis über die erreichten Verbesserungen

  • wird der BMU über die Entwicklung der EDTA-Konzentrationen und –Frachten der Gewässer an repräsentativen Meßstellen in der Bundesrepublik Deutschland berichten;
  • die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) wird die dafür erforderlichen Informationen zur Verfügung stellen,
  • wird der BMU über Bestandsaufnahmen zur Ermittlung von Herkunft und Verwendung von EDTA in den einzelnen Abwasserherkunftsbereichen und anderen Quellen berichten; die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) wird ihm hierzu die Informationen zur Verfügung stellen,
  • werden BGW und DVGW dem BMU über die Entwicklung des Auftretens von EDTA in Trinkwasser berichten,
  • wird die BASF dem BMU über die erreichten Fortschritte bei der Reinigung des Abwassers aus der Herstellung von EDTA berichten,
  • wird der VCI dem BMU über die ihm bekannten EDTA-Verwendungsmengen in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa, getrennt nach den wichtigsten Anwendungsgebieten, berichten.

Die Berichte werden dem BMU jeweils bis zum 30. Juni für das Vorjahr übermittelt. Der BMU stellt sie anschließend allen Beteiligten zur Verfügung.

Die Beteiligten erklären sich bereit, die Berichte im Hinblick auf die mittelfristig angestrebte Halbierung der EDTA-Belastung der oberirdischen Gewässer im Rahmen der zukünftigen EDTA-Gespräche zu bewerten und, soweit erforderlich, ergänzende Maßnahmen zu vereinbaren. Dies gilt auch im Hinblick auf die langfristig anzustrebende Gewässergüte.