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  IHO - Der Verband

Hersteller von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln für professionelle Anwendungen in schwierigem Umfeld

Turbulenzen an den Rohstoffmärkten und die Folgen der Wirtschaftskrise erschweren Marktprognosen.

Ende April 2010 trafen sich die Mitgliedsfirmen des Industrieverbandes Hygiene und Oberflächenschutz für industrielle und institutionelle Anwendung e.V. (IHO) zur Jahrestagung und Mitgliederversammlung in Eisenach.

Der Vorsitzende des Verbandes der Hersteller von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln für professionelle Anwendungen, Klaus Wilbert, erläuterte die Entwicklung der Branche. "Die Finanzmarktkrise von 2008 hatte im Folgejahr 2009 auch Auswirkungen auf den gewerblichen Reinigungssektor", führte er aus. „Es liegt ein schwieriges Jahr hinter uns. Das Absatzvolumen der gesamten Branche konnte bei Rückgängen in Teilbereichen knapp gehalten werden", so Wilbert.

Im Detail berichtete er, dass es beispielsweise durch Kurzarbeit in zahlreichen Industriebereichen zu signifikanten Rückgängen in verschiedenen Segmenten der Großverpflegung kam und der Rückgang von Geschäftsreisen zu einer geringeren Auslastung von Hotels und damit zu einem geringeren Bedarf von Bettwäsche oder Essen im Hotelgewerbe geführt habe. Auch die Verunsicherung auf dem Arbeitsmarkt hätte zu Einsparungen bei Restaurantbesuchen und Reisen geführt. „Dies alles", begründete der Vorsitzende, „ führte zu einem geringeren Bedarf an professionellen Reinigungsmitteln".

„Dennoch gibt es auch positive Entwicklungen", berichtete er weiter. „So stieg zum Beispiel die Nachfrage von Desinfektionsmitteln vor allem bei Produkten der Hände-desinfektion aufgrund der Einsicht in verstärkte sinnvolle Prophylaxe hervorgerufen durch die Schweinegrippe enorm, kommentierte Wilbert. In Segmenten, wie der Lebensmittelindustrie oder der Gebäudereinigung sei die Nachfrage nach Produkten der IHO-Mitgliedsfirmen konstant geblieben", ergänzte er. Er führte weiter aus, dass es nach einer beispiellosen Explosion auf dem Rohstoffpreissektor im zweiten Halbjahr 2008 zwar in einigen Bereichen im Laufe des Jahres 2009 Tendenzen einer Be-ruhigung gab, die aktuell aber bereits wieder von deutlichen Signalen in die andere Richtung und partiellen Verknappungen ins Gegenteil gedreht werden. .
„Insgesamt betrachtet", so Wilbert, „zeigt unsere Branche dennoch ein konstantes Niveau. Der im Verband erfasste Branchenumsatz stieg leicht auf über 700 Mio €. Die Exporte der Branche stiegen durchschnittlich um fünf Prozent. Die F&E-Aufwendungen nahmen leicht zu, und liegen bei ca. drei Prozent des Umsatzes", führte er in seinem Bericht weiter aus.

Wilbert ergänzte, dass in den letzten Jahren immer mehr wichtige Rohstoffe für den Einsatz nicht mehr zur Verfügung stehen oder in die Diskussion geraten sind. Insbesondere seien nationale und europäische gesetzliche Anforderungen teilweise für den Fachmann nicht mehr nachvollziehbar. Dadurch werden Spielräume für Neu- und Umformulierungen professioneller Reinigungs- und Desinfektionsmittel immer kleiner und es immer schwieriger, die andererseits steigenden Ansprüche an Hygienestandards und die Leistung der Produkte zu erfüllen.

Durch die Mitarbeit der Fachleute des Verbandes begreife der Gesetzgeber aber zunehmend, dass die Anforderungen an gewerbliche Reinigungs- und Desinfektionsmittel ungleich höher sind als die im privaten Bereich und deshalb hier auch unterschiedliche gesetzliche Maßstäbe anzulegen sind. Wilbert schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis, er vertraue deshalb darauf, erforderliche Einsatzstoffe zum Nutzen der Produktanwender und letztlich für die Sicherstellung des erforderlichen Hygienestandards für die Allgemeinheit erhalten zu können.